Ausgewählte Predigten

 
 
 
 
Sie möchten eine Predigt aus einer unserer Kirchen noch einmal in Ruhe nachlesen?
 
> Eine Auswahl finden Sie nachstehend.
 
 
Sie haben im Gottesdienst eine besondere Predigt gehört, die nicht in der Auswahl zu finden ist?
 
 > Bitte wenden Sie sich ans Pfarramt oder schicken Sie uns eine Mail, um diese anzufordern.
 
 

 
 
Sommerpredigtreihe 2025: "Lichtgestalten der Bibel"
 
Predigt am 13. Sonntag nach Trinitatis 2025 (14. September) - Heiliggeistkirche - Dekan Dr. Christof Ellsiepen

In deinem Licht (Psalm 36 u. Mt 5)

 
There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.
Da ist ein Riss in allen Dingen, durch den kommt das Licht hinein.

Von Leonard Cohen, dem kanadischen Singer und Songwriter, jüdischen Pop-Poeten stammt der Satz. Aus einem Lied, Anthem1, also Hymne, in dem viel von den Rissen, von den Gräben und Wunden in der Welt, in der Gesellschaft und in den menschlichen Beziehungen gesprochen wird.
Und dann am Ende dieser Satz.

There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.
Da ist ein Riss in allen Dingen, durch den kommt Licht hinein.
 
In jedem Ding, in jedem Mensch, in jedem Geschöpf sind Risse. Und genau durch die gelangt Licht hinein.
Ich frage: Wie kommt das Licht hinein, in die Enge einer Kreatur, in die Beziehungen der Völker, in unsere Gesellschaft, in Partnerschaften, in mein Herz?
 
 
Predigt am 12. Sonntag nach Trinitatis 2025 (7. September) - Heiliggeistkirche - Kirchenrätin Prof. Dr. Sibylle Rolf

Die Engel der Gemeinden (Offenbarung 2-3)

 
Liebe Gemeinde,
 
Ein Engel ist jemand mit einem Herzen. Die Kinder im Kindergarten nehmen den Satz wörtlich und kleben rote Filzherzen an unzählige hölzerne Spielfiguren. Fertig ist der Engel – die Figur mit dem Herzen. Noch heute schmückt er meinen Schreibtisch, obwohl die Aktion der Kindergartenkinder in meiner früheren Gemeinde mehr als 10 Jahre her ist.
Die Kinder haben recht. Ein Engel ist jemand mit einem Herzen. Jemand, der mitfühlt und Anteil nimmt. Jemand, die dir das Herz öffnet und dir eine so sichere Nähe schenkt, dass auch du dein Herz öffnen kannst. Jemand, der in dein Herz sieht und erkennt, was du brauchst. Jemand, die dich ermutigt neue Wege zu gehen und dir etwas zuzutrauen. Jemand, der mit dir Klartext spricht – und dich ermutigt, aufrichtig zu sein.
Wo haben Sie, wo hast du zuletzt einen Engel getroffen? Oder wo hat eine Engelin Sie oder dich zuletzt getroffen? Ich habe bei einer meiner letzten Engel-Begegnungen die Kraft gefunden, nicht locker zu lassen und mitten in einer unruhigen Nacht für Ruhe zu sorgen – für mich selbst und für andere einzustehen. Ich habe gemerkt: ein Engel führt mich aus meiner Komfortzone und bringt in Bewegung.
 
Heute geht es nicht um einen Engel, sondern um sieben!
 
 
Predigt am 10. Sonntag nach Trinitatis 2025 (24. August) - Heiliggeistkirche - Prälat i.R. Prof. Dr. Traugott Schächtele

Luzifer, der gefallene Engel und ich (Offenbarung 12,7-9)

 
Liebe Gemeinde!
 
Heute also wieder: Lichtgestalten! Lichtgestalten aus der Bibel, wie es im Motto der Predigtreihe heißt. Nicht zu Unrecht vermuten wir, dass es in der Bibel solche Lichtgestalten gibt. Über einige wird ja auch gepredigt in dieser Reihe. Nicht zuletzt haben wir den im Blick, der von sich sagt, er sei selber das Licht.
 
Aber viel lieber noch als in der Bibel hätten wir diese Lichtgestalten doch im richtigen Leben. Mitten unter uns. Gerade in Zeiten wie den unseren. Nach Menschen sehne ich mich, denen wir keine finsteren Machenschaften unterstellen müssen. Nach Menschen sehne ich mich, die nicht die Mächte der Finsternis unterstützen. Nach Menschen, von denen ein Strahlen ausgeht, das andere ansteckt. Menschen, die helfen, dass diese Welt ein kleines Stück besser wird.
 
Es gibt solche Menschen – im Kleinen noch mehr wie im Großen. Es gibt Lichtgestalten im Leben, die ich leicht übersehe, weil das Licht, das von ihnen ausgeht, ihre Person überstrahlt. In der Nachbarschaft gibt es sie. In Kirchengemeinden. In Krankenhäusern. In Heimen. Aber auch in Schulen. Sogar an der Ladenkasse. Die kleinen Lichtgestalten des Alltags möchte ich sie nennen.
 
Und es gibt die, die sich selbst für Lichtgestalten halten. Die den roten Teppich lieben. Die nach dem Friedensnobelpreis schielen. Sich gottgleich wähnen. Und dabei eher Düsternis verbreiten. Auf der Erde gibt es sie. Und mehr als nur in einem Exemplar. Gottseidank ist der Himmel von falschen Lichtgestalten verschont!
 
 
Sommerpredigtreihe 2024: "Abenteuergeschichten der Bibel"
 
Predigt am 10. Sonntag nach Trinitatis 2024 (4. August) - Heiliggeistkirche - Prälat i.R. Prof. Dr. Traugott Schächtele

ZWISCHEN KABALE UND LIEBE: KÖNIGIN ESTER

 
Hinführung zum Sonntag
Heute ist in der Tradition unserer Kirche der sogenannten Israel-Sonntag. An diesem Sonntag werden wir an die bleibende Verbundenheit der christlichen Kirchen mit den Menschen jüdischen Glaubens erinnert. Erinnert werden wir aber zugleich daran, wie sich diese Geschichte als eine einzigartige Schuldgeschichte entpuppt. Wie Christenmenschen Tod und Verderben über die gebracht haben, denen sie doch ihren Gottesglauben verdanken.
Dass wir das in Zeiten tun, in denen uns die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, in Israel, in Gaza, auf den Golan-Höhen herausfordern und sprachlos machen.
Von daher passt es gut, wenn es heute um eine Geschichte aus der hebräischen Bibel geht. Eine Geschichte der Rettung und Bewahrung. Eine Geschichte aber auch von Gewalt und Rache. Eine Geschichte, die in der jüdischen Tradition nicht nur erinnert, sondern auch gefeiert wird. Purim!
 
 
Liebe Gemeinde!
 
„Abenteuergeschichten in der Bibel“!
Über dem heutigen Gottesdienst und den fünf nachfolgenden steht dieses Motto. Und es lässt einiges an spannenden Einblicken in die Bibel erwarten. In einer Predigtreihe meist noch einmal aus ganz anderer, neuer Perspektive.

Voller Faszination und Neugier habe ich mich ans Buch Ester gemacht. Und am Ende ist vom Abenteuer nur noch wenig übriggeblieben. Eine hochpolitische Geschichte wird da erzählt. Ein ums andere Mal hat mir der Atem gestockt. Ja, es ist ein Abenteuer zwischen Kabale und Liebe. Aber es ist zugleich ein politisches Lehrstück, wie es gehen könnte. Oder wie es besser nicht geht, wenn man das Ende der Geschichte in den Blick nimmt.
 
Ich will sie mitnehmen auf die gedankliche Reise mit einem Buch, das so gut wie nie gepredigt wird. Auf die Reise mit einer Frau, die die Fäden zieht und das Heft des Handelns nicht mehr aus der Hand gibt, nachdem sie einmal angefangen hat, sich einzumischen in die Ränkespiele der Mächtigen. Und die mich am Ende doch etwas ratlos zurücklässt, weil ich ihr auf dem letzten Stück Weges nicht mehr folgen will. Und nicht mehr folgen kann.
Fassen Sie sich ein Herz. Und vertrauen Sie sich mir an!